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"Die Artillerie der Kirche"

"Die Artillerie der Kirche"

Von sauberem Wasser und nervigen Glocken

"Nachmittags 5 Uhr: Von unserem Tische aus genossen wir eine prachtvolle Rundschau über die Meraner Berge, Oberbozen und das ganze herrliche Tal bis zum Schlerngebirge. Aber die Stunde schlug und wir mussten hinüber nach Herrenkollern, wo die Sommerfrischwohnungen sind. Solch eine Sommerfrischwohnung erquickt Leib und Seele. Freilich muss man auf den frischen Bergen hier oben zwei Dinge entbehren, die unten in Bozen sehr wohl zu haben sind, nämlich schlechtes Trinkwasser und das kontinuierliche Glockengebimmel. Was das Trinkwasser anbelangt, so wäre eine Abhilfe dringend notwendig, und ich will nächsten Sonntag wieder einen Berg besteigen, um das wichtigste Nahrungsmittel des menschlichen Organismus, ein reines und gesundes Wasser, zu trinken, das selbst in Bozen nicht um das liebe Geld zu haben ist. Wohltuend für mich war es einmal, einen Tag fern von dem Glockengeläute zu sein. Zwar liebe ich es - wie Uhland sagt: „Wenn fern im Thal die Glocken klingen“, allein das fortwährende Läuten, das Läuten durch eine halbe Stunde, wie es in Bozen Brauch ist, macht jeden Menschen, der sich mit geistiger Arbeit beschäftigt, nervös. Eine Abstellung dieses Übelstandes, namentlich im Interesse der Kranken, wäre sehr geboten. Wir sollten damit keineswegs das Läuten verpönt haben, denn die Glocken sind, wir schon Kaiser Joseph II. sagte, die „Artillerie der Kirche“, aber wir wünschen dasselbe auf das richtige Maß zurückgeführt, wie es anderwärts üblich ist."  aus Der Tiroler/Der Landsmann vom 9. August 1900

Ruhe ohne Glockengeläut genießt man hier im Pool des Gasthofes, zwischen Lavendelduft und südlicher Sonne.

Josef Schrott
Gasthof Kohlern
Gasthof Kohlern

Josef ist ein innovativer und umsichtiger Gastgeber und pflegt seine Gäste aufs Beste. Der Gasthof Kohlern, besticht mit mit seinem nostalgischem Jugenstil, der hellen Veranda und einem eindruchsvollen Ausblick.

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